Trump dekretiert irrtümlich Speisekarte

Kein Tag ohne neuen Tiefpunkt: Im Rausch des Regierens hat US-Präsident Donald Trump heute vermutlich aus Versehen vor versammelter Presse die Dinner-Karte seines Koches unterzeichnet. Damit ist das Menu nach Angaben von Regierungssprecher Sean Spicer heute Abend für alle US-Bürger rechtlich bindend.


Als anwesende Medienvertreter den Präsidenten darauf aufmerksam machten, was er da gerade unterzeichnet hatte, versuchte Trump übereinstimmenden Quellen zufolge seine Unterschrift als willentlichen Akt darzustellen.


Unter Experten und Kommentatoren in den US-Medien entbrannte umgehend eine Debatte darüber, ob dem dekretierten Abendessen vom 1. Februar 2017 tatsächlich alle Einwohner des Landes Folge leisten müssen oder nur Angestellte der Bundesregierung. Gerade letztere fürchten bei Zuwiderhandlung gegen das überraschende Dekret den sofortigen Verlust ihrer Stelle - nicht ganz unbegründet, nachdem das Weisse Haus am Montag die kommissarische Justizministerin Sally Yates nach ihrer Kritik an Trump umgehend gefeuert hatte.


Da der Dinner-Erlass in Washington D.C. um 9 Uhr Ortszeit unterschrieben wurde, blieben den Amerikanern je nach Bundesstaat noch zwischen neun und zwölf Stunden zur Beschaffung des Abendessens. Bereits am Mittag hatten sich vor Supermärkten und spezialisierten Schnellimbissen lange Schlangen gebildet.


Mexiko droht

Fachleute sind sich allerdings einig, dass in so kurzer Zeit nicht genügend Burritos für 280 Millionen Einwohner verfügbar sein werden. Das südliche Nachbarland Mexiko befürchtet deshalb einen massiven Ansturm auf Einkaufscenter und Restaurants in der Nähe der US-Grenze.


Die mexikanische Regierung berät in diesen Stunden darüber, der möglichen Gefährdung der eigenen Burrito-Versorgung durch US-Bürger mit einer massiven Export-Steuer entgegenzuwirken. Präsident Enrique Peña Nieto setzte an die Adresse Trumps denn auch eine deutliche Warnung ab: «Sollte es in den USA künftig vermehrt zu Speiseplan-Dekreten mit Elementen aus der traditionellen mexikanischen Küche kommen, wird unser Land energische Gegenmassnahmen wie den Bau einer eigenen Mauer entlang der geplanten US-Mauer ins Auge fassen müssen.»

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